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Dennis Tefett · Psychologie, Erziehungs- & Sozialwissenschaften (M.Ed.) | Gesundheitsmanager (B.A.)

Persönlichkeit & Wachstum

Körperkarten der Emotion

Illustration: Ein Verhandlungsführer steht in der Pause am Fenster, eine Hand auf dem Bauch, eine auf der Brust, den Blick nach innen.
Podcast · 17:10

Podcastfolge zu diesem Beitrag, gesprochen von Dennis Tefett

Warum reagiere ich so, wie ich reagiere?

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Neurowissenschaft

Ihr Körper weiß früher, was Sie fühlen, als Ihr Verstand

Es gibt einen Moment, den jede Führungskraft kennt. Ein Kollege spricht, sein Tonfall ist verbindlich, seine Worte sind höflich, und doch zieht sich etwas in Ihrer Brust zusammen. Ihr Magen wird hart. Ihre Schultern werden schwer. Noch bevor Sie verstehen, was geschieht, hat Ihr Körper bereits entschieden.

Lange galt diese körperliche Vorahnung als unwissenschaftlich, als Bauchgefühl, als esoterische Randerscheinung. Im Jahr 2014 hat eine Forschergruppe der Aalto-Universität in Finnland diese Vorstellung umgekehrt. Lauri Nummenmaa und sein Team haben in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences eine Studie veröffentlicht, die seither in der Emotionsforschung als Wegmarke gilt.

Sie haben 701 Menschen aus drei Kulturen gebeten, ihre Emotionen auf einen Körper zu malen. Was sie sichtbar machten, hat die Wissenschaft verändert. Und es kann verändern, wie Sie führen.

701
Probanden in der Nummenmaa-Studie 2014
0,82+
Übereinstimmung der Körperkarten über 101 Länder (Volynets et al. 2020)
14
geprüfte Zustände, 13 Gefühlsworte und ein neutraler Vergleich
Die Studie

Wie Emotion sichtbar gemacht wurde

Das Setup war so einfach, dass es genial wirkte. Auf dem Bildschirm sahen die Probanden zwei stilisierte Körperumrisse nebeneinander. Daneben erschien entweder ein Emotionswort, ein Gesicht, eine kurze Geschichte oder ein emotional aufgeladener Film. Die Aufgabe lautete: Färben Sie auf dem linken Körper jene Regionen ein, in denen Sie spüren, dass Aktivität zunimmt. Auf dem rechten jene, in denen Aktivität abnimmt. Die Software, die das Team eigens entwickelte und emBODY taufte, aggregierte die Pixel zu statistischen Heatmaps.

Vierzehn Zustände wurden geprüft: sechs Basisemotionen nach Ekman (Wut, Furcht, Ekel, Glück, Trauer, Überraschung), sieben komplexere Zustände (Angst, Liebe, Depression, Verachtung, Stolz, Scham, Neid) sowie ein neutraler Zustand als Vergleichsbedingung. Die Probanden kamen aus Finnland, Schweden und Taiwan. Drei Sprachen, zwei Kulturkreise, ein Forschungsdesign.

Das Ergebnis war verblüffend. Jede Emotion erzeugte eine eigene, reproduzierbare Körpertopografie. Wut leuchtete in Brust und Armen auf, als bereitete sich der Körper zum Schlag. Angst konzentrierte sich auf das Herz, die Brust, den oberen Bauch, als wollte der Körper Sauerstoff für die Flucht bereitstellen. Glück aktivierte den gesamten Körper, vom Scheitel bis zur Sohle, eine flutende Welle. Liebe konzentrierte sich auf Brust und Kopf, eine Insel der Wärme. Depression zeigte das Gegenteil: Arme, Beine und Hände wurden entaktiviert, als zöge sich das Leben aus den Extremitäten zurück.

Und das Erstaunlichste: Die Karten der westeuropäischen und der ostasiatischen Stichprobe stimmten bei den Basisemotionen im Mittel mit einem Rangkorrelationswert von 0,70 überein. Einzelne Emotionen lagen darunter, andere darüber. Über Sprachgrenzen, über Kulturgrenzen, über Hemisphären hinweg fühlten Menschen ihre Emotionen an denselben Stellen ihres Körpers.

Replikation

Was die große Nachprüfung ergab

Ein einzelner Befund ist eine Behauptung. Erst die Nachprüfung macht daraus Wissen. 2020 hat die Gruppe um Nummenmaa in der Fachzeitschrift Emotion genau das geliefert. Die Größenordnung lässt den ursprünglichen Versuch weit hinter sich.

Sofia Volynets, Enrico Glerean, Jari Hietanen, Riitta Hari und Lauri Nummenmaa befragten 3954 Menschen aus 101 Ländern im Alter von 18 bis 90 Jahren. Dieselbe Methode, dieselben Körpersilhouetten, dreizehn Emotionen. Zusätzlich prüften sie, ob Alter, Geschlecht, Bildung, Körpermasseindex, Nationalität, Kulturkreis oder Sprache die Karten verschieben.

Die Übereinstimmung zwischen den Kulturen lag bei Korrelationen über 0,82, zwischen den Geschlechtern über 0,80. Anders gesagt: Wo jemand lebt, erklärt weniger über seine Körperkarte als die Emotion selbst. Einen systematischen Unterschied fanden die Forschenden allerdings. Mit steigendem Alter wurden die berichteten Körperempfindungen schwächer. Das Muster blieb, die Intensität nahm ab.

Infografik: Eine durchscheinende Figur von der Seite. Von den inneren Organen zieht der Vagusnerv mit dem Hinweis achtzig Prozent nach oben zum Hirnstamm, weiter zum Thalamus und in die geöffnete seitliche Furche zur Insula.
Neurobiologie

Was im Körper tatsächlich geschieht

Ihr Körper sendet permanent Signale nach oben. Etwa achtzig Prozent der Fasern Ihres Vagusnervs, des zehnten Hirnnervs, tragen Information aus Ihren inneren Organen aufwärts ins Gehirn. Herz, Lunge, Magen, Darm, all diese Organe melden ohne Pause, was sie gerade tun. Diese Informationen erreichen zunächst den Nucleus tractus solitarii im Hirnstamm, werden dort verschaltet, gelangen über den Thalamus weiter und enden in einer Großhirnregion, die tief in der Sylvischen Fissur verborgen liegt: dem insulären Cortex, kurz Insula.

Die Insula ist der Übersetzer. Sie nimmt die rohen Körpersignale und macht aus ihnen das, was wir Gefühl nennen. Der amerikanische Neuroanatom Bud Craig hat in einer Reihe wegweisender Arbeiten gezeigt, dass die rechte vordere Insula das Bewusstwerden des inneren Körperzustands ermöglicht. Sein Kollege Hugo Critchley, damals am University College London, heute an der Brighton and Sussex Medical School, hat empirisch belegt, dass Menschen, deren rechte vordere Insula stärker aktiv ist, ihre Emotionen intensiver erleben (Critchley und Kollegen 2004). Diese Fähigkeit, die innere Welt zu lesen, nennen Neurowissenschaftler Interozeption.

Antonio Damasio, einer der einflussreichsten Hirnforscher unserer Zeit, hat Jahre vor Nummenmaa eine kühne These formuliert. In seinem Buch Descartes' Irrtum schrieb er, dass unsere Entscheidungen nicht rein rational entstehen. Der ventromediale präfrontale Cortex, eine Region direkt hinter unserer Stirn, markiert jede Option, die wir abwägen, mit einem somatischen Signal. Es kribbelt in den Händen, der Magen wird flau, der Atem stockt. Diese körperlichen Marker, so Damasio, leiten unsere Entscheidung lange bevor die bewusste Abwägung beginnt.

Infografik: Ein Steckbrief in drei Zeilen: 701 Menschen, Aufgabe Umriss einfärben, Grenze nur Selbstauskunft. In der Aufgabenzeile stehen hell drei verschieden gefüllte Körperumrisse.

Was Damasio postulierte, hat Nummenmaa sichtbar gemacht

Die Körperkarten sind die Hardware der somatischen Marker. Wenn Sie im Meeting plötzlich eine Schwere in der Brust spüren, dann ist das kein Zufall und keine Einbildung. Es ist Ihre Insula, die Ihnen meldet, was Ihr Hirnstamm bereits weiß: Etwas in dieser Situation entspricht einem alten Muster von Bedrohung, Unsicherheit oder Verlust. Ihr Körper hat eine Datenbank, die schneller und differenzierter arbeitet als Ihr Bewusstsein.

Anwendung

Warum das für Ihre Führung entscheidend ist

Jede schwierige Entscheidung, die Sie treffen, ist begleitet von einer körperlichen Signatur. Sie wählen den einen Kandidaten und Ihr Brustkorb wird weit. Sie wählen den anderen und Ihre Schultern werden schwer. Wenn Sie diese Signaturen lesen können, gewinnen Sie eine Informationsquelle, die kein Spreadsheet und keine Analyse Ihnen liefern kann.

David Rock, der Begründer des Neuroleadership-Ansatzes, hat das SCARF-Modell formuliert. Es beschreibt fünf soziale Bedrohungen, auf die unser Gehirn ähnlich reagiert wie auf körperliche Gefahr: bedrohter Status, geringe Gewissheit, fehlende Autonomie, mangelnde Verbundenheit und wahrgenommene Ungerechtigkeit. Diese Bedrohungen sind keine Metaphern. Sie erzeugen messbare körperliche Reaktionen: Cortisol-Anstieg, Herzfrequenz-Beschleunigung, veränderte Herzratenvariabilität.

Wenn ein Kollege Ihren Kompetenzbereich infrage stellt, dann zeigt Ihre Körperkarte das Muster von Angst, nicht weil Sie schwach wären, sondern weil Ihr Stammhirn sozialen Status mit Überleben verknüpft. Wer diese Reaktion bemerkt, bevor sie sich in Verhalten übersetzt, kann anders führen.

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Freiheit. Die Körperkarte ist die Eingangstür zu diesem Raum.“

— Viktor Frankl (zugeschrieben), eingeordnet von Dennis Tefett

Klinischer Befund

Was Alexithymie und Depression lehren

Etwa zehn Prozent der Menschen leiden an Alexithymie, einem Zustand, in dem die Sprache für Gefühle fehlt. Diese Menschen sind nicht gefühllos, aber sie können ihre Emotionen nicht benennen. Brewer, Cook und Bird haben 2016 gezeigt, dass Alexithymie im Kern ein Defizit der Interozeption ist. Die Körpersignale kommen an, aber sie werden nicht übersetzt. Studien mit dem emBODY-Tool bestätigen das: Menschen mit Alexithymie zeigen weniger differenzierte Körperkarten, ihre Heatmaps verschwimmen.

Ähnliches zeigt das Emotionswort Depression. Für dieses Wort färbten die Teilnehmenden bei Nummenmaa 2014 eine weitgehende Entaktivierung der Extremitäten ein. Wichtig zum Verständnis: Es waren gesunde Teilnehmende, die ein Gefühlswort einfärbten, keine Menschen mit der Erkrankung Depression. Das Bild ähnelt dem, was aus der Anhedonie bekannt ist, dem Verlust der Freudfähigkeit. Ob sich über den Körper auch etwas an der Erkrankung ändern lässt, sagt diese Arbeit nicht. Verfahren wie Yoga, Tanz, Atemtraining oder MBSR setzen am Körper an. Sie sind eine Ergänzung, kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Eine ehrliche Abgrenzung

Hier wird gebildet, nicht behandelt. Dieser Beitrag beschreibt, wie Menschen ihre Gefühle im Körper verorten, und er ersetzt weder Diagnose noch Therapie. Die vier Übungen sind kein Screening und kein Behandlungsplan. Wenn Sie ihn lesen, weil es Ihnen selbst gerade schlecht geht, wenn Sie seit Wochen nicht schlafen, Panik erleben oder an Suizid denken, dann gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Bitte holen Sie sich diese Hilfe, und zwar zuerst. Interozeptionstraining ohne Anleitung kann bei einer Trauma-Vorgeschichte destabilisierend wirken.

Praxis

Vier Übungen für Ihren Führungsalltag

Theorie ohne Anwendung bleibt Dekoration. Hier sind vier Übungen, die Sie ab dieser Woche integrieren können.

Der 90-Sekunden-Body-Scan vor wichtigen Gesprächen

Setzen Sie sich aufrecht, schließen Sie die Augen. Wandern Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit langsam durch Ihren Körper, vom Scheitel bis zu den Zehen. Notieren Sie innerlich, wo Sie Spannung, Wärme, Kälte oder Leere spüren. Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihre Körperkarte einfärben. Farb und Kollegen zeigten 2007, dass schon bei Ungeübten die selbstbezogenen Mittellinienregionen zurücktreten, sobald die Aufmerksamkeit auf das gegenwärtige Erleben geht. Der Zuwachs an Insula- und Körperwahrnehmung fand sich dagegen erst nach acht Wochen Übung. Diese neunzig Sekunden sind also ein Anfang, kein Schalter.

Recovery-Mapping nach Konflikten

Zeichnen Sie nach einem schwierigen Gespräch einen einfachen Körperumriss auf Papier. Markieren Sie mit einem Stift, wo in Ihrem Körper die Aufregung sitzt, wo Anspannung, wo ein Druck, ein Ziehen, eine Hitze. Färben Sie die Stellen so, wie Sie sie spüren. Schreiben Sie zu jeder markierten Stelle ein einziges Wort dazu, das die Empfindung benennt. Genau dieses Benennen in Worten ist es, was Lieberman und Kollegen 2007 als affect labeling untersucht haben. Dabei stieg die Aktivität im rechten ventrolateralen präfrontalen Cortex, während die der Amygdala sank. Das Einfärben allein ist unsere Erweiterung, dafür gibt es keine Messung.

Decision-Sensing bei strategischen Entscheidungen

Wenn Sie zwischen Optionen schwanken, lassen Sie sich ausnahmsweise nicht von der Tabelle leiten. Stellen Sie sich vor, Option A sei entschieden. Spüren Sie in Ihren Körper. Wo wird es weit? Wo wird es eng? Notieren Sie die Empfindung in einem Wort. Dann dasselbe für Option B. Diese Methode nutzt die somatischen Marker von Damasio. Sie ersetzt keine rationale Analyse, sie ergänzt sie.

Die Sieben-Tage-Emotionskarte

Notieren Sie sieben Tage lang abends die stärkste Emotion des Tages, an welcher Stelle Ihres Körpers sie sich zeigte und das Auslöseereignis. Nach einer Woche entstehen Muster, die sonst unsichtbar blieben. Vielleicht entdecken Sie, dass Sie auf bestimmte Kolleg:innen mit Engegefühl im Hals reagieren, das Sie bisher als Müdigkeit fehlinterpretierten.

Infografik: Vier Übungen in einer Reihe, Body-Scan, Recovery-Mapping, Decision-Sensing und Sieben-Tage-Karte. Ein Band darunter ist beim ersten gefüllt, beim zweiten halb gefüllt und halb schraffiert, bei den letzten beiden schraffiert, von Belegt bis Ohne Messung.

Wenn Sie das systematisch trainieren wollen

Im Coaching Plus arbeite ich mit Führungskräften an genau diesen vier Übungen, individuell angepasst an Ihre Lebenslage. Audio-geführte Body-Scans, das Workbook zur Sieben-Tage-Karte und die Reflexionsspiegel-Technik gehören dazu.

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Wissenschaftliche Ehrlichkeit

Was die Forschung nicht sagt

Ich wäre kein guter Dozent, wenn ich Sie nicht auch auf die Grenzen aufmerksam machen würde. Nummenmaas Studien sind selbstberichtete Karten, keine direkten physiologischen Messungen. Lisa Feldman Barrett, eine der einflussreichsten Emotionsforscherinnen der Gegenwart, weist darauf hin, dass solche Karten kulturelles Lernen und erlernte Konzepte spiegeln können, nicht nur biologische Universalien. Sie hat diese Position 2017 in Social Cognitive and Affective Neuroscience als Theorie der konstruierten Emotion ausgearbeitet und 2019 gemeinsam mit Kolleginnen in Psychological Science in the Public Interest auf die Frage angewandt, wie verlässlich sich Gefühle überhaupt von außen ablesen lassen. Eine dritte Arbeit erweitert die Methode, statt sie zu bezweifeln: Matthias Hartmann, Bigna Lenggenhager und Kurt Stocker führten 2022 in Psychological Research die Dimension der Wertigkeit ein und fanden, dass Menschen positive Emotionen als körperliche Leichtigkeit berichten, negative als körperliche Schwere. Aktivitätskarte und Wertigkeitskarte zusammen beschreiben das Erleben genauer als jede von beiden allein. Die Wahrheit liegt vermutlich in einer Synthese: biologisch konservierte Grundmuster, kulturell moduliert, individuell ausgeformt.

Sehen Sie die Übungen als experimentelles Werkzeug, nicht als medizinische Vorschrift. Wenn Sie unter Trauma, schwerer Depression oder akuter Angst leiden, suchen Sie bitte professionelle Begleitung. Interozeptionstraining ohne Anleitung kann bei Trauma-Anamnesen destabilisierend wirken.

Was bleibt

Ein Berater, der Sie nie verlässt

Ihr Körper ist kein dummer Diener Ihres Verstandes. Er ist ein hochdifferenziertes Wahrnehmungs- und Bewertungssystem, das Informationen verarbeitet, lange bevor Ihr Bewusstsein sie erreicht. Die Forschung von Lauri Nummenmaa hat das, was Generationen von Therapeuten, Coaches und weisen Menschen intuitiv wussten, in eine reproduzierbare wissenschaftliche Form gebracht. Emotionen haben Topografien.

Wer lernt, diese Karten zu lesen, gewinnt nicht nur ein Werkzeug zur Selbstregulation. Er gewinnt einen Berater, der ihn nie verlässt. Einen Berater, der schon als Sie ein Kind waren, mit Ihnen lebte. Der jede Begegnung registriert hat, jede Enttäuschung, jeden Triumph. Der Sie kennt wie sonst niemand.

Sie müssen ihn nur fragen. Und Sie müssen ihm zuhören.

Infografik: Zwei gleiche Körperumrisse. Ohne Übung liegt eine randlose Wolke über dem Oberkörper, beschriftet diffus. Nach acht Wochen sitzt ein scharf umrandetes Oval an der Brust, beschriftet benennbare Stelle, darunter ein Wort.

Verbindung des Tages

Astronomen lesen die Geschichte des Universums in der kosmischen Hintergrundstrahlung. Wir lesen die Geschichte unserer Emotionen in der Wärme unseres Brustraums, in der Spannung unserer Schultern, in der Schwere unserer Glieder. Beides sind Spuren unsichtbarer Prozesse auf einer messbaren Oberfläche. Beides erfordert ein Instrument, das fein genug ist, das schwache Signal vom Rauschen zu trennen. Im Kosmos heißt dieses Instrument Radioteleskop. In uns heißt es Aufmerksamkeit.

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Stimmen aus der Praxis22 Bewertungen
M.K.

“Ich kam als Geschäftsführer, der ständig reagiert hat. Nach 3 Monaten hatte ich ein System, das mir erlaubt, strategisch zu führen, ohne ständig auf Abruf zu sein.”

Geschäftsführer, IT-Dienstleistung

Arbeitszeit um 12h/Woche reduziert bei höherem Output

S.W.

“Kein anderer Coach hat mir so klar gezeigt, welche Muster mich blockieren. Wissenschaftlich, nicht esoterisch. Das hat den Unterschied gemacht.”

Vorständin, Mittelstand

Beförderung in den Vorstand innerhalb von 8 Monaten

A.R.

“Die Kombination aus psychologischer Tiefe und unternehmerischem Verständnis ist einzigartig. Dennis versteht den Druck, unter dem wir stehen.”

Managing Director, Finanzbranche

Team-Fluktuation von 35% auf 8% gesenkt

1 von 8

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Dennis Tefett, Executive Coach

Dennis Tefett

Psychologie, Erziehungs- & Sozialwissenschaften (M.Ed.) | Gesundheitsmanager (B.A.)

Ich schreibe diese Impulse aus der Praxis. Wer ein Thema tiefer bearbeiten möchte, findet dafür Seminare und Kurse.

Veröffentlicht am

Quellen und weiterführende Lektüre

11 Belege

Jede Angabe wurde einzeln gegen die Originalquelle geprüft.

  1. Nummenmaa, L., Glerean, E., Hari, R., und Hietanen, J. K. (2014). Bodily maps of emotions. Proceedings of the National Academy of Sciences, 111(2), 646-651. Die einschlägige Arbeit zu den Körperkarten der Emotionen, Grundlage der Selbstauskunftskarten.

  2. Nummenmaa, L., Hari, R., Hietanen, J. K., und Glerean, E. (2018). Maps of subjective feelings. Proceedings of the National Academy of Sciences, 115(37), 9198-9203.

  3. Craig, A. D. (2002). How do you feel? Interoception: the sense of the physiological condition of the body. Nature Reviews Neuroscience, 3(8), 655-666. Übersichtsarbeit zur Interozeption.

  4. Craig, A. D. (2009). How do you feel now? The anterior insula and human awareness. Nature Reviews Neuroscience, 10(1), 59-70. Übersichtsarbeit zur Rolle der Inselrinde.

  5. Brewer, R., Cook, R., und Bird, G. (2016). Alexithymia: a general deficit of interoception. Royal Society Open Science, 3(10), 150664.

  6. Bechara, A., und Damasio, A. R. (2005). The somatic marker hypothesis: A neural theory of economic decision. Games and Economic Behavior, 52(2), 336-372. Theoretische Arbeit, die Damasios Hypothese der somatischen Marker darlegt.

  7. Barrett, L. F. (2016). The theory of constructed emotion: An active inference account of interoception and categorization. Social Cognitive and Affective Neuroscience, Artikel nsw154. Theoretische Gegenposition, die feste Körpersignaturen einzelner Emotionen bestreitet.

  8. Critchley, H. D., Wiens, S., Rotshtein, P., Öhman, A., und Dolan, R. J. (2004). Neural systems supporting interoceptive awareness. Nature Neuroscience, 7(2), 189-195. Die Aktivität der rechten vorderen Insula sagt die interozeptive Genauigkeit und die Intensität emotionalen Erlebens vorher.

  9. EINORDNUNG: Farb, N. A. S., Segal, Z. V., Mayberg, H., Bean, J., McKeon, D., Fatima, Z., und Anderson, A. K. (2007). Attending to the present. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 2(4), 313-322. Bei Ungeübten trat nur die Absenkung der selbstbezogenen Mittellinienregionen auf, der Zuwachs an Insula- und Körperwahrnehmung erst nach acht Wochen Übung.

  10. EINORDNUNG: Lieberman, M. D., Eisenberger, N. I., Crockett, M. J., Tom, S. M., Pfeifer, J. H., und Way, B. M. (2007). Putting Feelings Into Words. Psychological Science, 18(5), 421-428. Untersucht wurde das sprachliche Benennen einer Emotion, der Aktivitätszuwachs betraf den rechten ventrolateralen präfrontalen Cortex, nicht den präfrontalen Cortex insgesamt.

  11. Volynets, S., Glerean, E., Hietanen, J. K., Hari, R., und Nummenmaa, L. (2020). Bodily maps of emotions are culturally universal. Emotion, 20(7), 1127-1136. 3.954 Menschen aus 101 Ländern, Übereinstimmung der Körperkarten über die Kulturen mit rs über 0,82.

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