Wissen und Entwicklung

Selbsttests

Alle 10 Selbsttests ansehen

Angebote

Anmelden

Mehr von Dennis Tefett

Textgröße

Dennis Tefett · Psychologie, Erziehungs- & Sozialwissenschaften (M.Ed.) | Gesundheitsmanager (B.A.)

Führung & Wirkung

Authentisch kommunizieren als Führungskraft

Illustration: Eine Führungskraft im cremefarbenen Blazer senkt kurz vor ihrem Auftritt die Karteikarten, eine Hand auf dem Brustbein.
Podcast · 21:21

Podcastfolge zu diesem Beitrag, gesprochen von Dennis Tefett

Warum reagiere ich so, wie ich reagiere?

Coaching Plus zeigt Ihnen, wann Sie wie reagieren. Danach üben Sie jeden Tag einen kleinen Schritt, ohne Termin.

Coaching Plus ansehen
Kommunikation

Die Kraft der Kongruenz

Authentische Kommunikation entsteht, wenn das, was Sie denken, fühlen und sagen, übereinstimmt. Diese Kongruenz ist die Grundlage für Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

In der Führungskommunikation steht oft die Frage im Raum: Soll ich diplomatisch sein oder ehrlich? Die Antwort lautet: beides. Authentische Kommunikation bedeutet nicht, ungefiltert alles zu sagen, was man denkt. Sie bedeutet, einen Weg zu finden, der ehrlich und zugleich respektvoll ist.

Amy Edmondson prägte den Begriff der psychologischen Sicherheit 1999 im Administrative Science Quarterly. In ihrer Untersuchung von 51 Arbeitsteams eines Industrieunternehmens sagte die geteilte Überzeugung, dass man ein Risiko eingehen kann, ohne bloßgestellt zu werden, das Lernverhalten der Teams voraus. Dieses Lernverhalten wiederum sagte ihre Leistung voraus. Psychologische Sicherheit entsteht dabei nicht durch Harmonie. Sie entsteht durch das Vertrauen, dass Ehrlichkeit keine negativen Konsequenzen hat.

Das Modell

Drei Dimensionen authentischer Führungskommunikation

Emotionale Ehrlichkeit

Zeigen Sie sich als Mensch mit Gefühlen. Führungskräfte, die eigene Unsicherheiten oder Betroffenheit angemessen teilen, werden als vertrauenswürdiger und nahbarer erlebt.

Inhaltliche Klarheit

Sagen Sie klar, was Sie meinen. Mehrdeutige Botschaften erzeugen Unsicherheit und laden zu Fehlinterpretationen ein. Klarheit ist kein Zeichen von Härte, sondern von Respekt.

Psychologische Sicherheit

Schaffen Sie einen Raum, in dem andere offen sprechen können. Reagieren Sie auf kritisches Feedback mit Neugier statt mit Abwehr. Ihr Verhalten setzt den Standard.

Infografik: Drei Stationen nebeneinander von Zugehörigkeit sichern über Perspektive benennen bis zur klaren Botschaft, darunter ein Band mit dem Hinweis Arbeitsmodell, kein Hirnbefund.
Praxis

Authentische Kommunikation entwickeln

Authentizität ist keine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat. Sie ist eine Fähigkeit, die sich Schritt für Schritt entwickeln lässt.

Den inneren Zustand wahrnehmen

Bevor Sie sprechen, halten Sie kurz inne. Was fühlen Sie gerade? Was ist Ihre tatsächliche Haltung zum Thema? Diese Mikroreflexion dauert nur Sekunden, kann aber den Unterschied zwischen einer mechanischen und einer echten Kommunikation ausmachen.

Klarheit vor Höflichkeit

Überprüfen Sie Ihre Botschaften auf versteckte Mehrdeutigkeiten. Formulierungen wie „Das könnte man auch anders sehen" oder „Vielleicht wäre es sinnvoll" verwässern Ihre Aussage. Sagen Sie stattdessen klar, was Sie denken, und begründen Sie Ihre Position.

Aktiv zuhören und nachfragen

Authentische Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Hören Sie zu, um zu verstehen, nicht um zu antworten. Stellen Sie offene Fragen und paraphrasieren Sie, was Sie verstanden haben. Das signalisiert Wertschätzung und beugt Missverständnissen vor.

Feedback als Geschenk behandeln

Wenn Mitarbeitende Ihnen kritisches Feedback geben, ist das ein Vertrauensbeweis. Reagieren Sie mit Dankbarkeit und Reflexion, nicht mit Erklärungen oder Rechtfertigungen. Ihre Reaktion bestimmt, ob es beim nächsten Mal wieder Feedback gibt.

Konsistenz zwischen Worten und Handeln

Der wirksamste Kommunikationskanal ist Ihr Verhalten. Wenn Ihre Taten nicht zu Ihren Worten passen, verlieren Ihre Botschaften jede Glaubwürdigkeit. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Handlungen Ihre kommunizierten Werte widerspiegeln.

„Das Wichtigste in der Kommunikation ist, zu hören, was nicht gesagt wird.“

— Sinngemäß nach Peter Drucker, Fundstelle in seinen Schriften nicht belegt

Infografik: Steckbrief zum virtuellen Ballwurfspiel. Ein Pfeil führt zu einem Kopf mit markiertem cingulärem Cortex, der auch bei Schmerz beteiligt ist. Darunter die Hinweise, dass die gleiche Verarbeitung bestritten und Kritik nicht gemessen ist.
Vertiefung

Das Spannungsfeld zwischen Klarheit und Empathie

Viele Führungskräfte erleben Klarheit und Empathie als Gegensätze. Entweder sie sind direkt und riskieren, als kalt wahrgenommen zu werden, oder sie sind empathisch und riskieren, unklar zu wirken. Ein Widerspruch ist das nicht. Naomi Eisenberger, Matthew Lieberman und Kipling Williams zeigten 2003 in der Fachzeitschrift Science, dass der Ausschluss aus einem Ballwurfspiel Hirnregionen anspricht, die auch an der Verarbeitung körperlichen Schmerzes beteiligt sind, allen voran den dorsalen anterioren cingulären Cortex. Ob es dieselbe Verarbeitung ist, wird fachlich bestritten. Gemessen wurde Ausgrenzung, nicht inhaltliche Kritik. An harter Kritik trifft Menschen deshalb nicht nur der Inhalt, sondern auch das Signal, nicht mehr dazuzugehören. Wer die Zugehörigkeit sichert, kann in der Sache sehr klar sein.

Wie wenig selbstverständlich das ist, zeigt die größte Zusammenschau zum Thema. Avraham Kluger und Angelo DeNisi werteten 1996 im Psychological Bulletin 607 Effektstärken aus 23.663 Beobachtungen aus. Im Mittel verbesserte Rückmeldung die Leistung (d gleich 0,41). In mehr als einem Drittel der Fälle verschlechterte sie die Leistung. Ihre Erklärung dazu: Je weiter die Aufmerksamkeit von der Aufgabe weg und zur eigenen Person hin wandert, desto weniger wirkt die Rückmeldung. Die Autoren nennen das ausdrücklich eine vorläufige Theorie.

Für Ihren Alltag heißt das zweierlei. Erstens ist Rückmeldung kein Werkzeug, das von selbst gut wirkt. Zweitens entscheidet mit, wohin sie die Aufmerksamkeit lenkt. Ein Satz über die Sache lässt sie bei der Sache. Ein Satz über die Person zieht sie zur Person. Das ist meine Lesart des Befundes für die Gesprächsführung, keine Aussage der Studie.

Der Schlüssel liegt deshalb in der Reihenfolge. Beginnen Sie mit der emotionalen Verbindung, zeigen Sie, dass Sie die Perspektive des anderen verstehen. Dann formulieren Sie Ihre klare Botschaft. Diese Abfolge ist unser Arbeitsmodell aus der Praxis, kein gemessener Hirnbefund. Ihre Begründung liegt in Edmondsons Ergebnis: Wer zuerst die Zugehörigkeit sichert, nimmt der Sachbotschaft ihre Bedrohlichkeit.

Kernimpuls

Authentische Kommunikation erfordert Mut. Den Mut, sich zu zeigen, klar zu sein und gleichzeitig offen für die Reaktion des anderen zu bleiben. Sie ist kein Rezept, sondern eine Haltung: die Bereitschaft, in jedem Gespräch ganz präsent zu sein und Verantwortung für die eigene Wirkung zu übernehmen.

Reflexion

Reflexionsimpulse

Beobachten Sie in der kommenden Woche Ihre Kommunikation als Führungskraft und nutzen Sie diese Fragen als Leitfaden.

In welchen Situationen sage ich etwas anderes, als ich tatsächlich denke oder fühle? Was hindert mich an Ehrlichkeit?
Wie reagiere ich typischerweise auf kritisches Feedback? Mit Offenheit, Erklärung oder Abwehr?
Gibt es Teammitglieder, mit denen ich ehrlicher kommuniziere als mit anderen? Woran liegt das?
Was würde sich in meinem Team verändern, wenn ich konsequent klarer und gleichzeitig empathischer kommuniziere?

Authentizitäts-Check

Wie authentisch kommunizieren Sie als Führungskraft?

1. Wie oft passen Sie Ihre Kommunikation an das an, was andere hören wollen?

2. Können Sie in Meetings auch Unsicherheit oder Nicht-Wissen zugeben?

3. Stimmen Ihr inneres Erleben und Ihre äußere Kommunikation überein?

Bitte beantworten Sie alle 3 Fragen.

Kostenloser Guide
Wissenschaftlich fundiertHandverlesene Inhalte

5 Neurowissenschaftliche Prinzipien für wirksame Führung

Kein Spam. Jederzeit abbestellbar. Datenschutz

Stimmen aus der Praxis22 Bewertungen
M.K.

“Ich kam als Geschäftsführer, der ständig reagiert hat. Nach 3 Monaten hatte ich ein System, das mir erlaubt, strategisch zu führen, ohne ständig auf Abruf zu sein.”

Geschäftsführer, IT-Dienstleistung

Arbeitszeit um 12h/Woche reduziert bei höherem Output

S.W.

“Kein anderer Coach hat mir so klar gezeigt, welche Muster mich blockieren. Wissenschaftlich, nicht esoterisch. Das hat den Unterschied gemacht.”

Vorständin, Mittelstand

Beförderung in den Vorstand innerhalb von 8 Monaten

A.R.

“Die Kombination aus psychologischer Tiefe und unternehmerischem Verständnis ist einzigartig. Dennis versteht den Druck, unter dem wir stehen.”

Managing Director, Finanzbranche

Team-Fluktuation von 35% auf 8% gesenkt

1 von 8

Vom Wissen zur Wirkung

Diese Impulse sind der Anfang. Im individuellen Coaching setzen wir genau dort an, wo Sie stehen, und entwickeln eine Strategie, die zu Ihnen passt.

Transparent und ohne Umwege: Pakete und Preise ansehen

Persönliches Coaching zu diesem Thema

Ihr nächster Schritt

Wie führen Sie selbst?

12 Fragen, 3 Minuten, ohne Anmeldung

Führungsprofil starten

Dennis Tefett, Executive Coach

Dennis Tefett

Psychologie, Erziehungs- & Sozialwissenschaften (M.Ed.) | Gesundheitsmanager (B.A.)

Ich schreibe diese Impulse aus der Praxis. Wer ein Thema tiefer bearbeiten möchte, findet dafür Seminare und Kurse.

Angebote ansehenSeminare, Kurse und Begleitung